Übungsleiter/innen und Helfer/innen

 

Wir stellen euch hier unsere ehrenamtlichen Trainer/innen und Helfer/innen vor.

Olli - der "Chef"


– Jahrgang: 1978

– Vereinsmitglied seit: 1985

– als Übungsleiter tätig seit: 2010

– stellvertretender Abteilungsleiter (Schriftführer/Kassenwart) seit 2014

– Abteilungsleiter seit April 2017

– „Mädchen“ für Alles

Beruf: Selbstständig


„Ehrenamtliches Engagement ist das Salz in der Suppe des gesellschaftlichen Beisammenseins!“

Sandra


– Jahrgang: 1981

– Vereinsmitglied seit: 1985

– als Übungsleiterin tätig seit: 1993

– stellvertretende Abteilungsleiterin von 2006 – 2009

– Abteilungsleiterin von: 2009 – 2015

– seit Januar 2015 stellvertretende Abteilungsleiterin

 Beruf: Klassenlehrerin an einer Förderschule


„Ich bin Trainerin, weil ich Andere für das Turnen begeistern möchte und Bewegung Spaß macht!“

Heike


– Jahrgang: 1970

– 2. stellvertretende Abteilungsleiterin von 11/2014 – 10/2020

– als Übungsleiterin tätig seit 2004

 Beruf: Erzieherin


„Ich bin Trainerin, WEIL TURNEN SPASS MACHT! und zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut und gestärkt werden!“

Julia


– Jahrgang: 1985

– 2. stellvertretende Abteilungsleiterin seit 10/2020

– als Übungsleiterin/Helferin tätig seit: 05/2014

Beruf: Kinderkrankenschwester


„Warum ich ehrenamtlich mit Kindern arbeite/turne?!

Weil ich Spaß daran habe!“

Annika


– Jahrgang: 1980

– Leiterin der Trampolingruppe

– als Übungsleiterin im TVE seit November 2015 tätig

– vorher: 2000 – 2009 beim TSG Emmerthal

       2009 – 2015 beim MTV Ilten

Beruf: Physiotherapeutin


„Ich bin ehrenamtlich tätig, weil ich meinen Lieblingssport gerne Kindern beibringe und diese Leidenschaft so weitergeben kann.“

Friederike


– Jahrgang: 2001

– Vereinsmitglied seit 2003

– langjähriges Mitglied der Handball-Abteilung

– Anfang 2015 Wechsel zum Turnen

– als Helferin seit Juni 2015 tätig

– betreut als Übungsleiterin die Bezirksligamannschaft seit 2019

Friederike ist Schülerin und turnt selber in zwei Gruppen.


„Für mein ehrenamtliches Engagement habe ich mich entschieden, weil ich gerne etwas mit Kinden unternehme und ihnen so auch etwas beibringen kann! Ich selber turne gerne, weil es meinem Bewegungsdrang entspricht!“

Jenny


– Jahrgang: 2003

– Vereinsmitglied seit 2015

– als Übungsleiter-Helferin seit 2017 tätig

– betreut als Übungsleiterin die Kinderturngruppe seit 2019

Jenny ist Schülerin und turnt selber in der Gerätturngruppe.


Milena


– Jahrgang: 2003

– Vereinsmitglied seit 2007

– als Übungsleiter-Helferin seit 2018 tätig

– betreut als Übungsleiterin die Kinderturngruppe seit 2019

Milena ist Schülerin und turnt selber in der Gerätturngruppe.


„Ich turne jetzt schon viele Jahre im Verein und für mich ist Turnen: Spaß, Zusammenhalt und Erfolg. Ich unterstütze neue und junge Turner/Turnerinnen, damit auch sie die Freude und die Vielfalt der Sportart kennenlernen.“

Lisa


– Jahrgang: 2002

– Vereinsmitglied seit 2005

– als Übungsleiter-Helferin seit 2016 tätig

Lisa ist Schülerin und turnt selber in der Gerätturngruppe.


Ich bin seit frühster Kindheit aktiv beim Turnen dabei und kann so mein Wissen an die jüngeren Mädchen weitergeben.“

Celina


– Jahrgang: 2004

– Vereinsmitglied seit 2018

– als Übungsleiter-Helferin seit Anfang 2020 beim Kinderturnen tätig

Celina ist Schülerin und turnt selber in der Gerätturngruppe.


Marieke


– Jahrgang: 2004

– Vereinsmitglied seit 2008

– als Übungsleiter-Helferin seit Mitte 2020 beim Gerätturnen/klein tätig

Marieke ist Schülerin und turnt selber in der Gerätturngruppe/groß.


„Warum ich gerne turne und beim Turnen helfe? Weil der Zusammenhalt beim Turnen toll ist und ich Spaß dran habe.“

Stefanie


– Jahrgang: 1988

– als Übungsleiterin seit 12/2019 beim Eltern-Kind-Turnen tätig

Beruf: Schlosserin


„Es macht mir Freude die strahlenden Augen zu sehen, wenn die Kinder einen Erfolg haben und begeistert gleich nochmal loslegen. Turnen ist wichtig für die Motorik und Sozialität der Zwerge und das möchte ich fördern.“

Hintergründe und Turn-Wiki

(Quellen: Wikipedia, Sibilla Engelmann, Sven-Oliver Schisanowski)

Das Turnen

Das Turnen ist ein Teilbereich des Sports.

Zu den bekanntesten Disziplinen des Turnens gehört das Gerätturnen.

Für das organisierte Turnen in Deutschland gilt Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852) als Begründer.

Turnen entwickelt konditionelle Fähigkeiten (Fitness) und koordinative Fähigkeiten.

 

Organisation

Der Fachverband in Deutschland ist der Deutsche Turner-Bund (DTB), der zweitgrößte Fachverband nach dem Deutschen Fußball-Bund im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Auffällig ist der hohe Frauenanteil beim DTB. In der Schweiz ist es der Schweizerische Turnverband, der 1985 nach der Fusion mit dem Frauenturnverein als Nachfolgeverein aus dem Eidgenössischen Turnverein hervorging.

Geschichte 

In der (Schul-)Bildung des 18. Jahrhunderts spielte die Leibesertüchtigung praktisch keine Rolle. Dies ging auf die kirchliche Lehre zurück, welche einen körperlichen Erziehungsansatz ablehnte. Lediglich auf den Ritterakademien wurden Fechten und Tanzen gelehrt. Die so genannten „Philanthropen“ der Aufklärung betrachteten dann den Geist und den Körper als eine Einheit, weshalb Leibesübungen zuerst in den 1770er Jahren am Philanthrophium in Dessau, bald darauf auch in Schnepfenthal eingeführt wurden.

Historisch begründet wurde die Turnbewegung 1807 in Deutschland vom „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn. Zwar gab es schon vorher verschiedene Formen der Gymnastik, doch fügte er den bis dahin bekannten Übungen den Barren und das Reck hinzu und gab ihnen die Bezeichnung Turnen. Infolge der Besetzung Europas durch Napoleon wurde das Turnen ab 1811 eine Schule der patriotischen Erziehung zur Vorbereitung auf den Befreiungskrieg. Jahn strebte somit nicht wie die Philanthropen der Aufklärung die Erziehung des einzelnen Individuums, sondern die geistige Formung einer Nation an. Daher bildeten sich im Zuge des „Erwachens nationaler Identitäten“ (Nationenbildung) ziemlich bald auch Ableger des Jahnschen Turnens in der Schweiz (im Jahr 1802 wurde der Telliring als erster öffentlicher Turnerplatz in der Schweiz angelegt). Die enge Verbindung mit dem frühen Burschenschaftswesen und die nationale Ausrichtung, welche die Überwindung der deutschen Kleinstaaterei anstrebte, führte in den meisten Kleinstaaten Deutschlands von 1820–1842 zum Verbot des Turnwesens, der so genannten Turnsperre. Die Geschichte des Turnens sowie das Leben und Wirken von Friedrich Ludwig Jahn ist im Friedrich- Ludwig-Jahn-Museum in Freyburg (Unstrut) dargestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte sich das Turnen in den Schulen als obligatorisches Schulfach. Da es nach der Reichsgründung 1871 zu einer staatlichen „Schulreform von oben“ her kam, entwickelten sich in Deutschland das Vereins- und Schulturnen auf zwei verschiedenen Schienen weiter. Anders verlief dieser Prozess in der Schweiz. Durch die erfolgreiche 1848er-Revolution gingen die liberal-national gesinnten Turner den gleichen Weg wie der Bundesstaat. In der Folge konnte sich der Eidgenössischen Turnverein rege in die Diskussion um die Gestaltung des Schulturnens mit einbringen (z. B. bei der Gestaltung des Lehrmittels). Einzelne Exponenten wie der Schweizer Turnvater „Johann Niggeler“ avancierten dabei zu direkten Beratern des Bundesrates.Das Turnwesen stand auf Grund eines unterschiedlichen kulturellen Ursprungs von Beginn an in direkter Konkurrenz zum Sport. Erst im Zuge der „Versportung“ des Turnwesens und der Nationalisierung des Sports kam es nach längeren internen Konflikten (zeitweise zwei nationale Turnerzeitungen) zu einem Abbau der Differenzen. So wurden auf der einen Seite sportliche Wettkämpfe wie die Olympischen Spiele zu einem „Gradmesser nationaler Tüchtigkeit“ und auf der anderen Seite hielt der Zeitgeist des Sports (Reglementierung, Spezialisierung, Methodifizierung, Rationalisierung) auch im Turnwesen Einzug. Dies führte zu einem veränderten Gebrauch des Begriffes Turnen. Galt er im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch für alle im Turnverein praktizierten Übungen, wird er heute nur noch für das Boden- und Gerätturnen verwendet. Lediglich im Fach Schulturnen hat sich der Begriff gehalten.Der jahrzehntelang gebräuchliche Begriff Kunstturnen für das leistungsorientierte Turnen an den Geräten ist in Deutschland mittlerweile offiziell durch Gerätturnen, manchmal mit dem Zusatz olympisch, ersetzt. In Österreich wird der Begriff „Kunstturnen“ weiterhin für die Bewerbe im olympischen Sechskampf verwendet.

Turnen zu Zeit des Nationalsozialismus

Zu Beginn der nationalsozialistischen Zeit haben die Turner versucht, sich als weitere Kolonne neben der NSDAP, der SS und SA zu etablieren und die Sportbewegung zu vereinnahmen. Ohne Not trennte man sich von seinen jüdischen und sozialistischen Mitgliedern, führte den Arierparagraphen ein und wollte das Amt des Reichssportführers übernehmen. Edmund Neuendorff war auf nationaler Ebene die treibende Kraft, auf regionaler halfen ihm aber hierbei Turnführer wie Nikolaus Bernett in Oldenburg. Das Deutsche Turnfest 1933 in Stuttgart sollte die Übernahme besiegeln. Die NSDAP hatte jedoch andere Pläne, folgte den italienischen Modellen des Staatssports und gliederte das Turnen als Fachamt (=unselbständige Abteilung) in den neuen Reichsbund für Leibesübungen ein. Während die Turner zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereit waren sich von vielen Mitgliedern wegen der Antisemitismusfrage zu trennen, wollten sie nu Teil der NS-Bewegung sein.

Disziplinen des Turnens

Zum Turnen zählt neben den klassischen Disziplinen Geräteturnen und Trampolin im erweiterten Sinne auch die allgemeine Gymnastik, Rhythmische Sportgymnastik, Rhönradturnen, Aerobic, Akrobatik, Rope Skipping und Voltigieren sowie verschiedene Turnspiele.

Das klassische Gerätturnen (bzw. Kunstturnen) besteht bei den Männern aus einem Sechskampf an den Geräten Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck. Bei den Frauen werden vier Geräte geturnt: Sprung, Schwebebalken, Stufenbarren und Boden.

In der Schule, aber auch im Freizeit- und Breitensport, werden zunehmend wieder Inhalte, Geräte sowie Übungs- und Organisationsformen des sogenannten „Alternativen Turnens“ (Hindernisturnen, Erlebnis- und Abenteuerturnen, Bewegungslandschaften, geselliges Turnen) angewendet.

International werden das Allgemeine Turnen sowie die Sportarten Geräteturnen, Trampolinturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Tumbling, Sportaerobic und Sportakrobatik durch die Federacion Internationale de Gymnastique (FIG, Internationaler Turnverband) und die Union Europeene de Gymnastique (UEG, Europäische Turnunion) vertreten.

(Quelle: Wikipedia)

Begriffliches und Strukturen

Begriffliches

Turnen leitet sich ursprünglich ab von dem Wort „Turnier“, das schon im Mittelalter der Ausdruck für sportliche Auseinandersetzung war.

Turnen bedeutet: Vielseitiges Bewegen im Sinne der Vielfalt von Körperübungen. Es schließt vielfältige Bewegungs- und Spielformen sowie Gymnastik und zum Teil auch Tanz ein. Oft kommt es zur Gleichsetzung von Turnen und Freizeitsport. Für den Deutschen Turner-Bund steht Turnen als Oberbegriff für die von ihm vertretenen Sportarten und Bewegungsaktivitäten.

Gerätturnen ist das normgeleitete Bewegen an Turngeräten, für dessen Ausführung es Technik- und Bewertungskriterien gibt. Das Gerätturnen ist als Sportart charakterisiert durch die Verwendung der Großgeräte: Reck, Barren, Pauschenpferd, Ringeturnen, Boden, Stufenbarren, Schwebebalken und der Sprunggeräte (Bock, Kasten, Pferd, Sprungtisch). Unterschieden wird dabei zwischen dem breitensportlich orientierten Gerätturnen, bei dem der Wettkampf keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt, und dem leistungssportlich orientierten Gerätturnen, welches bis vor kurzem auch vom Deutschen Turner-Bund als Kunstturnen (engl. „artistic gymnastics“) bezeichnet worden ist.

 

Strukturelle Systematik

Die Übungen des Gerätturnens wurden aus wissenschaftssystematischen Gründen auf der Grundlage ihrer wesentlichen Merkmale geordnet und unter strukturellen Gesichtspunkten in Klassen (Gruppen) zusammengefasst. Diese Systematisierung ist gleichzeitig die wissenschaftliche Grundlage der Terminologie. Die bewegungstechnische Verwandtschaft der in den Strukturgruppen zusammengefassten Übungen hat Konsequenzen für ihre Lehrweise. Die Übungen lassen sich unter dem Blickwinkel des Verhältnisses der Wirkung von inneren und äußeren Kräften in drei Arten einteilen:

– Schwungübungen

– Statische Übungen

– Übungen mit relativ langsamer Verlagerung des Körpers (Heben und Senken)

Zwischen den genannten Arten der Turnübungen bestehen Beziehungen und wechselseitige Übergänge.

Schwungübungen:

– Auf-, Um- und Abschwungbewegungen

– Kippbewegungen

– Felgbewegungen

– Stemmbewegungen

– Rollbewegungen

– Überschlagbewegungen

– Beinschwungbewegungen

– Sprungbewegungen

Statische Übungen (Halten)

– Stütze

– Hänge

– Stände

– Sitze

– Liege

Übungen mit langsamer Verlagerung des Körpers (Heben/Senken)

Heben/Senken

– ohne Drehung des Körpers

– mit Rückwärtsdrehung des Körpers

– mit Vorwärtsdrehung des Körpers

– mit Seitwärtsdrehung des Körpers

Die meisten Übungen des Gerätturnens werden schwunghaft geturnt, wobei sich die Techniken (Turnübungen) vielfach aus der Kopplung von Merkmalen aus unterschiedlichen Strukturgruppen ergeben. Davon werden auch die Regeln für die Bildung der Übungsbezeichnungen (Terminologie) abgeleitet.

Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852) gilt als der Schöpfer der frühen Turnbewegung in Preußen und ihr Ideengeber, was ihm später den Ruf des „Turnvaters“ einbrachte. Der erste öffentliche Turnplatz in der Berliner Hasenheide (1811) war sein Werk. Er wollte die männliche deutsche Jugend als Guerilla im Kampf gegen Napoleon ausbilden.[1] Sein Bemühen um die Entwicklung des Turnens galt auch der Realisierung seiner Erziehungs- und Bildungsabsichten: „Die Turnkunst soll die verlorene Gleichmäßigkeit der menschlichen Bildung wiederherstellen…“. Die von Jahn und seinen Vorturnern auf dem Turnplatz in der Hasenheide demonstrierten Vorstellungen von der Deutschen Turnkunst sind im Turnbetrieb bis heute in Geltung geblieben, ebenso viele Bezeichnungen der Jahn’schen Turnsprache. In den folgenden Jahren wurden viele Turnvereine und schließlich der Deutsche Turner-Bund gegründet. Aus dem Turnen entwickelte sich schließlich das Gerätturnen nach hundert Jahren als Weltsportart.

Das Gerätturnen ist die Basis-Sportart vieler Vereine im Deutschen Turner-Bund (DTB) (siehe auch: Turnen).

Im Leistungs- und Hochleistungssport gibt es Mannschaftsbewerbe, Einzelmehrkämpfe und Wettkämpfe an jedem einzelnen Gerät. Bei den Olympischen Spielen und bei den Welt- und Europameisterschaften werden in insgesamt 14 Disziplinen Titel und Medaillen vergeben.

War das Gerätturnen bis in die 1970er Jahre vor allem durch Statik und Krafthalteteile und historische Übungen geprägt, so ist es heute eine sehr dynamische Sportart mit vielen akrobatischen Elementen, Drehungen, Saltos und Sprüngen.

 

Wettkampfformen

Kür

Bei Deutschen und Landesverbandsmeisterschaften, in der Bundes- und Regionalliga (Deutsche Turnliga) sowie teilweise in den höchsten Ligen der Landesverbände werden Kürübungen nach dem neuen seit 2013 gültigen Code de Pointage (CdP) geturnt. Diese Übungen werden von den Turnern frei nach den Anforderungen des CdP zusammengestellt. Der Endwert der Übung setzt sich aus D- und E-Note (früher A- und B-Note) zusammen, wobei die D-Note die Schwierigkeit (difficulty) der Übung bewertet und die E-Note die Ausführung (execution). Zusätzlich existiert als Nachfolger des Ende 2006 abgeschafften B-Stufen-Systems die Kür Modifiziert (KM). Diese ist ab dem 1. Januar 2008 eingeteilt in vier Schwierigkeitsstufen von I bis IV und unterscheidet sich hauptsächlich dadurch vom CdP, dass je nach Schwierigkeitsstufe weniger Elemente, leichtere Übungsabgänge und sogenannte Nationale Elemente (NE), die nicht im CdP enthalten sind, geturnt werden dürfen. In der leichtesten Stufe KM IV müssen sogar weniger Elementgruppen erfüllt werden. Diese Übungsformen finden unter anderem beim Deutschland-Cup und den Seniorenmeisterschaften Anwendung. Die KM II wird vor allem in den Ligen der Landesturnverbände (Landesliga, Verbandsliga, Oberliga) geturnt. Die KMI wurde bereits vor mehreren Jahren abgeschafft.

Mit den Änderungen der Ausschreibungen im DTB 2015 wurden zum Teil auch die Anforderungen der KM geändert, so heißen die Schwierigkeitsstufen nun Leistungsklassen (LK) und gehen mit verschobener Nummerierung (LK1 ersetzt KM II) von LK1 bis LK4.

Pflicht

Seit dem 1. Januar 2015 wurden in Hinblick auf das Internationale Deutsche Turnfest 2017 die Pflichtübungen im DTB, die sogenannten P-Übungen, mit Herausgabe der Aufgabenbücher Gerätturnen weiblich und männlich 2015 überarbeitet. Bei den Pflichtübungen muss der Turner eine vorgegebene Folge von Elementen zeigen. Die neuen P-Übungen lösen die bisherigen Übungen in Ausschreibung a (Breitensport) und b (leistungssportlicher Nachwuchs) ab und gehen bis auf die Geräte Ringe und Pauschenpferd von der leichtesten Stufe (P1) bis zur schwierigsten (P9). Dabei gibt es nun keine Unterteilung mehr für den Breitensport und für den leistungssportorientierten Nachwuchs unterteilt. Dafür gibt es nun am Sprung Alternativsprünge.

Bei den P-Übungen setzt sich dabei der Ausgangswert aus E- und D-Note zusammen setzt. Der Ausgangswert ist immer 10 Punkte (Ausführung) plus die Schwierigkeitsstufe (P7: Ausgangswert 17 = 10 + 7). Die Turnerinnen dürfen am Boden ihre Musik frei aber zur Übung passend wählen. Die P-Übungen werden unter anderem auf Turnfesten im Wahlwettkampf geturnt. Die Wettkampfausschreibung ist jahrgangsabhängig. Dadurch soll erreicht werden, dass der Nachwuchs definierte und altersgerechte Leistungsziele erreicht.

Im Wettkampfbereich, männlich, sind folgende sechs Geräte üblich (in olympischer Reihenfolge):

Boden

Pauschenpferd

Ringe

Sprung (über Sprungtisch, Pferd, Kasten oder Bock)

Barren

Reck

Im Wettkampfbereich, weiblich, sind folgende vier Geräte üblich (in olympischer Reihenfolge):

Sprung

Stufenbarren

Schwebebalken

Boden

Außerdem sind im Jugend- und Seniorenbereich folgende Geräte zusätzlich im Einsatz:

Minitrampolin

Pilz

Schaukelringe

Bank

Den Geräte-Siebenkampf gab es mindestens schon seit den 1930er Jahren, wie ein Wanderpreis für Turner im thüringischen Apolda zeigt.

Als Bodenturnen bezeichnet man eine Turndisziplin. Beim Bodenturnen ist die Wettkampffläche 12 x 12 m groß und besteht aus einer leicht federnden Unterkonstruktion mit darauf liegenden Deckläufern.

Während der Kür muss die gesamte Fläche beturnt werden, und zwar vor allem mit akrobatischen Elementen, also Überschlägen oder Salti (vorwärts und rückwärts), von denen keines mehr als einmal wiederholt werden darf. Wird während der Übung die weiße Markierung auf der Bodenfläche übertreten, gibt es Punktabzug. Bei den Männern muss auch ein Gleichgewichtselement (z. B. Standwaage) enthalten sein. Die Frauen müssen hingegen auch gymnastische Sprünge und Drehungen zeigen. Die Übung als Kombination von akrobatischen Reihen, Verbindungsteilen und gymnastischen Elementen muss in einem harmonischen Rhythmus als Wechsel von schnellen und langsamen Passagen geturnt werden. Eine Bodenkür darf zwischen 50 und 90 Sekunden dauern.

Noch in den 1970er-Jahren zählte ein Doppelsalto zu den schwierigsten Elementen des Bodenturnens. 1987 zeigte der Russe Valeri Ljukin in einem Wettkampf den seitdem nach ihm benannten Dreifachsalto rückwärts (gehockt), der im männlichen Bereich noch immer zu den Höchstschwierigkeiten zählt (G-Element).[1] In den Bodenübungen heutiger Eliteturner werden Doppelsalti rückwärts mit bis zu drei Längsachsendrehungen gezeigt.

Bodenturnen gehört zu den klassischen Unterrichtsinhalten des Schulsports.

Eltern-Kind-Turnen

Ziel und Zweck

Das gemeinsame Spiel von Kindern und Eltern steht hierbei im Vordergrund. Dabei sollen motorische Grundfähigkeiten und Bewegungsfähigkeiten vermittelt werden. Die Kinder sollen Zutrauen und Sicherheit zur eigenen Bewegung bekommen. Ebenso sollen soziale Kompetenzen und grobe Koordination entwickelt werden.

 

Wichtige Hinweise

Das Eltern-Kind-Turnen findet ab dem Laufalter bis zu 3 Jahren statt. Wichtig hierbei ist die spielerische Einführung in den Sport gemeinsam mit den Eltern. Sobald die Kinder laufen können, werden Grundlagen für das spätere Bewegungsverhalten gelegt. Im Vordergrund stehen Bewegung und Spaß beim gemeinsamen Turnen.

 

Inhalte

– Spiele und Übungen mit Bällen, Reifen, Keulen, etc.

– Hüpfen, Springen, Balancieren, Klettern

– Bewegungslandschaften

Trampolinturnen

Geschichte

Die erste allgemeine Form des Trampolinspringens war das Hüpfen auf einer Matratze. Das Trampolinturnen nahm seinen Anfang im Zirkus. Hier war für die Hochartisten ein Sicherheitsnetz unter dem Arbeitsplatz aufgebaut, das trampolinähnliche Eigenschaften aufwies. Die Hochartisten ließen sich zum Abschluss ihrer Darbietungen in das Netz fallen und turnten dort als Zugabe noch einige Salti. So kam man auf die Idee, dieses zu einer eigenständigen Nummer auszubauen, und stellte zu diesem Zweck spezielle Geräte her. So baute der US-Amerikanische Hochartist George Nissen Mitte der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts das zu seiner Zeit beste Sprunggerät. Später gründete er die erste Firma, die Trampoline professionell herstellte und damit weltweit bekannt wurde. Noch heute trägt die Veranstaltung „Nissen Cup“ seinen Namen. In den USA erfolgte somit auch die rasanteste Entwicklung des Trampolinturnens.

In Deutschland baute Albrecht Hurtmanns 1951 in Süchteln eine erste „Wurfmaschine“. Ein Gestell aus Eisenrohren, das Tuch aus Rolladengurten vernäht und mit Fahrradschläuchen gespannt, diente es in seinem Verein ASV Süchteln als Sprunggerät.

Dr. Heinz Braecklen und Mitarbeiter an der jungen Sporthochschule in Leipzig entwickelten 1953 ebenfalls ein Trampolin als Trainingshilfsgerät für Wasserspringer.

1955 konstruierte Alfred Gockel aus Altenessen zunächst ein erstes, instabiles Modell aus Holz.

Schließlich wurden die schon professionellen amerikanischen Geräte 1958 zum Deutschen Turnfest in München u.a. durch Georg Nissen vorgestellt. Doch zunächst wurden erste Anträge der jungen Disziplin auf Mitgliedschaft im Internationalen Turnerbund (FIG) zu dessen Kongressen 1959 und 1961 abgelehnt. Zu einem Treffen der ersten Trampolin-Nationen kam es 1964 auf Initiative des Deutschen-Turner-Bundes in Frankfurt am Main. Daraus wurde die Gründungsversammlung des Internationalen Trampolin-Verbandes F.I.T.

Im gleichen Jahr fanden die I. Welttitelkämpfe in London statt. 1996 gab es die XIX. Weltmeisterschaften in Vancouver, 1998 fanden sie in Sydney statt, 1999 gab es in Sun City, Südafrika, zum zweiten Mal nach 1974 Trampolinweltmeisterschaften in Afrika.

Am 1. September 1997 beschloss das Internationale Olympische Komitee in Lausanne, Schweiz, endgültig die Aufnahme der Trampolin-Einzelkonkurrenzen in das offizielle Programm der Olympischen Spiele 2000 in Sydney.

 

Sicherheitsmaßnahmen

Beim Trampolinturnen können auf guten Geräten Sprunghöhen von bis zu 9 Metern erreicht werden. Daher sind Sicherheitsmaßnahmen unverzichtbar. Insbesondere im unorganisierten Freizeitsport wird dies allzu oft vernachlässigt, was beim Sturz von Gerät insbesondere mit dem Kopf voran leicht mit dem Tode enden kann. Im organisierten Vereinssport stellen sich Mitturner zu einer sogenannten Sicherheitsstellung rund um das Gerät auf und erlernen das richtige Verhalten beim „Abgang“ eines Springers. Sehr verbreitet und bei Wettkämpfen obligatorisch ist die Methode, das Gerät rund herum mit weichen Großmatten auszustatten. Diese Matten sind so ausgelegt, dass man in der Regel einen Sturz aus großer Höhe verletzungsfrei übersteht. Eine dieser Matten wird von der Sicherheitsstellung bewacht und kann bei misslungenem Sprung auf das Trampolin geschoben werden und beugt so Verletzungen vor. Dieses Verfahren nennt man im Fachjargon „Schiebematte“. Auch bei Wettkämpfen kommt dies zum Einsatz. Über eine Anwendung entscheidet auch dort die Sicherheitsstellung.

Insbesondere beim Erlernen neuer Sprünge hält ein mitspringender Helfer ein Handtuch fest, das stramm um die Hüfte des Schülers gewickelt ist. Das Festhalten kann auch an der Kleidung des Schülers geschehen. Diese Methoden begrenzen sich jedoch auf das Erlernen eines einfachen Saltos und erfordern vom Helfer für eine gute Sicherung ausreichende Erfahrung. Bei komplizierteren Sprüngen kommt die Decken-Longe und die Schiebematte zum Einsatz.

Barfüßiges Springen birgt die Gefahr eines Verfangens der Zehen in den Maschen des Sprungtuches. Einfache Strümpfe helfen hiergegen, bergen aber in der Regel eine Rutschgefahr. Wichtig ist daher eine leichte Fußbekleidung mit rutschfester Sohle, wie zum Beispiel Gymnastikschuhe. Diese sorgen für größere Hygiene und halten gleichzeitig den Fußschweiß vom Tuch fern und vermeiden dessen Alterung und Unansehnlichkeit.

 

Wettkampfsport

Insbesondere bei hochstehenden Wettkämpfen im Trampolinturnen erreichen die erwachsenen und erfahrenen Springer Sprunghöhen von bis zu 9 Metern. Durchschnittliche Schulhallen weisen in der Regel nur eine Höhe von bis zu 6 Metern auf und sind daher für Training und Wettkampf ungeeignet.

 

Wettkampfverfahren

Allgemeine Bestimmungen

Eine Übung auf dem Trampolin umfasst 10 Sprünge, was 10 Tuchberührungen entspricht. Sie wird aus dem Anspringen mit dem ersten von einem Strecksprung abweichenden Sprung begonnen. Erlaubt sind Landungen auf beiden Füßen, im Sitzen (Sitzlandung), auf dem Rücken (Rückenlandung) oder auf dem Bauch (Bauchlandung). Der letzte Sprung einer Übung muss immer in den Stand geturnt werden. Eine gute Übung zeichnet sich zum einen durch eine sichere korrekte Ausführung und gestreckte Körperglieder aus, bewertet als Haltung, zum anderen durch eine hohe Schwierigkeit. Übungen werden einzeln oder in einem Synchronwettkampf zu zweit auf nebeneinander stehenden Geräten geturnt.

Die Haltungsnoten werden von 5 Kampfrichtern bestimmt. Für 10 perfekte Sprünge kann man pro Kampfrichter 10 Punkte bekommen. Von diesen 10 Punkten werden die Haltungsabzüge subtrahiert. Die höchste und niedrigste Haltungsnote werden gestrichen und die verbleibenden drei Noten ergeben in der Summe die Haltungsnote. Für die Ermittlung des Schwierigkeitswertes sind ein bis zwei Kampfrichter zuständig, die gemeinsam einen Schwierigkeitswert berechnen (siehe Schwierigkeitsberechnung). In Synchronwettkämpfen wird die Haltung jedes der beiden Turner von zwei Kampfrichtern bestimmt, von deren insgesamt vier Noten ebenfalls die höchste und niedrigste Note gestrichen werden. Die Synchronität bewerten 3 Kampfrichter, deren nach den Streichungen verbleibende mittlere Note verdoppelt in das Gesamtergebnis eingeht. In Einzelwettkämpfen wird zusätzlich von einem speziellen Gerät die Sprunghöhe auf 51000 gerundet gemessen. Ein extra für dieses Gerät zuständiger Kampfrichter zeigt das Ergebnis auf.

Es wird unterschieden in Pflichtübungen und Kürübungen. Pflichtübungen sind 10-teilige Übungen mit vorgegebenen Elementen. Kürübungen werden aus 10 beliebigen und verschiedenen Sprungelementen kombiniert. In den Kürübungen gilt es, den Schwierigkeitsgrad der Elemente in Kombination mit der Ausführung dieser zu optimieren. Ein Wettkampf hat im Normalfall 3 Durchgänge:

  1. Pflichtübung (auch: 1. Übung), bei der nur die Ausführung bewertet wird (Ausnahme: Übung M10, hier wird die Schwierigkeit von 2 beliebigen Sprüngen mitbewertet. Diese 2 bewerteten Sprünge dürfen in der Kür nicht wiederholt werden.)
  2. Kürübung (auch: 2. Übung), bei der Ausführung und Schwierigkeit bewertet werden
  3. Finale, bei dem in der Regel die acht oder zehn besten Turner aus dem Vorkampf eine zweite Kür turnen. Sind im Vorkampf weniger als zwölf Aktive am Start, nehmen zwei Drittel der Teilnehmer am Finale teil.

 

Schwierigkeitsberechnung

Die Schwierigkeit eines Sprunges wird durch die Anzahl der Rotationen um die Körper-Längsachse (Schrauben) und die Körper-Querachse (Salto) bestimmt. Hierbei ist die Stellung des Oberkörpers maßgeblich. Ein seitlich gesprungener Salto (Radschlag in der Luft, sogenannter Araber) erfordert ein ausgeprägtes Gleichgewichtsempfinden, wird nur von wenigen beherrscht, gilt als unfallträchtig und ist im offiziellen Wettkampfsport nicht vorgesehen.

Sprünge, bei denen der Oberkörper seine Stellung nicht verändert, zählen Null Punkte. Hierzu gehören der Stand-, Grätsch-, Hock-, Bück-, Grätschwinkel- (kombinierte Grätsche/Bücke) sowie der Sitzsprung.

  • Je 12-Schraube (Drehung um 180 Grad um die Längsachse des Körpers) gibt es 0,1 Punkte,
  • Je 14-Salto (Drehung des Oberkörpers um 90 Grad um die Breitenachse des Körpers) gibt es ebenfalls 0,1 Punkte.
  • Als Bonus gibt es 0,1 Punkte für jede volle 360 Grad Salto-Rotation.
  • Als Bonus gibt es 0,1 Punkte für jeden vollen Salto in gestreckter oder gebückter Ausführung bei Einfachsalti ohne Schrauben bzw. Mehrfachsalti mit und ohne Schrauben.

Ein Sprung vom Stand in die Rückenlandung zählt als 14 Salto rückwärts und wird somit mit 0,1 Punkten in der Schwierigkeit bewertet. Ein Sprung vom Stand in den Sitz hat keine Schwierigkeitswertung, da weder eine Schraube noch ein Viertelsalto (keine Oberkörperbewegung) gesprungen wurde.

 

Pflichtübungen

Pflichtübungen des Deutschen Turner-Bundes (DTB) (EDV-Nummern 611 – 919) Stand: 2015.  Die Pflichtübungen gehen von P1–P9 und M5–M10 (M=Meisterklasse)

P1

  • Sitzsprung
  • 12 Schraube in den Stand
  • Grätschwinkelsprung
  • 12 Standsprungschraube
  • Hocksprung

P2

  • Sitzsprung
  • 12 Schraube in den Stand
  • Grätschwinkelsprung
  • Sitzsprung
  • Sprung in den Stand
  • Hocksprung
  • 12 Standsprungschraube

P3

  • Sitzsprung
  • 12 Schraube in den Sitz
  • Sprung zum Stand
  • Hocksprung
  • 12 Schraube in den Sitz
  • 12 Schraube in den Stand
  • Grätsche
  • Sitzsprung
  • Sprung in den Stand
  • 11 Standsprungschraube

P4

  • 12 Schraube in den Sitz (halbe Sitz)
  • 12 Schraube in den Sitz (halbe Sitz)
  • 12 Schraube in den Stand (halbe Stand)
  • Grätsche
  • Rückensprung
  • Sprung in den Stand
  • 12 Schraube
  • Hocksprung
  • 11 Schraube
  • Bücke

P5

  • Bücke
  • 12 Schraube in den Sitz (halbe Sitz)
  • 12 Schraube in den Stand (halbe Stand)
  • Grätschwinkelsprung
  • Rückensprung
  • 12 Schraube in den Stand (halbe Stand)
  • Sitzsprung
  • Sprung in den Stand
  • Hocke
  • Salto rückwärts c

P6

  • Salto rückwärts c
  • 12 Schraube in den Sitz (halbe Sitz)
  • ½ Schraube in den Stand (halbe Stand)
  • Grätschwinkelsprung
  • Rückensprung
  • 12 Schraube in den Stand (halbe Stand)
  • Hocke
  • 12 Standsprungschraube (halbe Stand)
  • Bücksprung
  • Salto rückwärts b

P7

  • Bauchsprung
  • Sprung in den Stand
  • Grätschwinkelsprung
  • Salto rückwärts c
  • ½ Schraube in den Sitz (halbe Sitz)
  • Sprung in den Stand
  • Bücke
  • Salto rückwärts b
  • Hocke
  • Barani c

P8

  • 12 Schraube in die Bauchlage (halbe Bauch)
  • Sprung in den Stand
  • Hocke
  • Salto rückwärts c in den Sitz
  • 12 Schraube zum Stand (halbe Stand)
  • Bücke
  • Salto rückwärts b
  • Grätschwinkelsprung
  • Salto rückwärts c
  • Barani c oder b

 

Technik

Im Spitzenleistungsbereich werden bei internationalen Wettkämpfen Kürübungen aus Dreifachsaltos und überwiegend Doppelsaltos gezeigt. Die Turnerinnen und Turner führen innerhalb kürzester Zeit zahlreiche schnelle und komplexe Bewegungen aus und landen dennoch aufrecht, sicher und bereit für den nächsten Absprung. Dabei werden Sprunghöhen von mehr als 5 Metern über dem Trampolinniveau erreicht, die mit Belastungen des mehrfachen Körpergewichts während des Kontakts mit dem Gerät im Wechsel mit der Schwerelosigkeit verbunden sind.

Die größte Schwierigkeit in der Beherrschung solcher Sprunghöhen liegt darin, die bei der Rückfederung des Trampolintuchs freiwerdende Energie zu kontrollieren, exakt in Aufwärtsrichtung zu lenken, und nicht etwa darin, sich kräftig genug abzustoßen. Dies ist nur mit ausgezeichneter Stabilisierung, der sogenannten Spannung, des gesamten Körpers möglich, woran die Muskelgruppen des Schultergürtels und des gesamten Rumpfes wesentliche Anteile haben.

Die Absprungphase ist für die Ausführung eines einzelnen Sprungs entscheidend, denn nur hier können aufgrund des Kontakts mit dem Gerät die Richtung und der Drehimpuls der Bewegung beeinflusst werden. Die Arme werden möglichst senkrecht nach oben gehalten. Schon eine kleine Abweichung davon führt bei der hohen Beschleunigung zu sehr großen Haltekräften. Daneben werden im Absprung durch schnellkräftiges Beschleunigen der Beine nach vorne (Schienbeindruck) oder hinten (Fersendruck) Saltorotationen in Rückwärts- bzw. Vorwärtsrichtung erzeugt.

Die Flugphase ist unterteilt in die Einleitung, in der Schraubrotationen erzeugt werden sowie ggf. zu von der Streckung (a-Position) abweichenden Körperpositionen wie Bücke (b-Position) oder Hocke(C-Position) übergegangen wird, sowie die sogenannte Öffnung, innerhalb derer für die Landung wieder eine gestreckte Position eingenommen wird. Durch Veränderungen der Körperhaltung können die Salto- und Schraubrotation beeinflusst werden. Eine asymmetrische Verlagerung der Arme wandelt zwischen Salto- und Schraubrotation, was physikalisch bestätigt ist.

Die faszinierende Komplexität der schwierigen Sprünge wie zum Beispiel ein Doppelsalto rückwärts mit eingehender 12 Schraube und ausgehenden 112 Schrauben (im Kurzjargon „12 ein – Rudi aus“ genannt) ist möglich durch große Anteile an nicht bewusst gesteuerten Bewegungen. Hierzu werden Sprünge im Training sehr oft wiederholt, so dass Bewegungsabläufe als Automatismus programmartig ausführbar sind und bewusst lediglich kurz angestoßen werden müssen. Bei neuen Sprüngen kann auf bereits Erlerntes zurückgegriffen werden. Diese Methode funktioniert nicht nur bei Leistungsturnern, jeder durchschnittlich begabte Sportler ist grundsätzlich fähig, einen einfachen Salto zu erlernen. Die Trainer sind für die Leistungen der Turner bedeutend, denn die richtige Vermittlung und Kontrolle der Sprungtechniken ermöglichen optimale Fortschritte und die stetige Erhaltung der Fähigkeit, Haltung und Schwierigkeit zu steigern.

 

Terminologie

Verschiedene Sprünge haben Eigennamen bekommen, da dies die Unterhaltung über die Sprünge deutlich erleichtert.

  • Adolf (Adi) – Salto vorwärts mit 312 Schrauben
  • Baby-Fliffis – 54 Salto vorwärts mit 12 Schraube aus dem Rücken
  • Barani – Salto vorwärts mit 12 Schraube
  • Cody – 54 Salto rückwärts aus dem Bauch zum Stand
  • Doppelschraube – Salto rückwärts mit doppelter Schraube
  • Fliffis – Doppelsalto vorwärts mit 12 Schraube im zweiten Salto
  • Halb-ein halb-aus – Doppelsalto rückwärts mit 12 Schraube im ersten und 12 Schraube im zweiten Salto
  • Miller – Doppelsalto rückwärts mit dreifacher Schraube (ursprünglich 2-1/2-Ein-Barani-Aus, heute meist Voll-Ein-Doppel-Aus, benannt nach Wayne Miller 1964/5)
  • Miller Plus (Killer) – Doppelsalto rückwärts mit vierfacher Schraube
  • Muffel – 34 Salto rückwärts aus dem Rücken zum Stand bzw. aus dem Rücken Salto rückwärts zum Rücken
  • Randolf (Randi) – Salto vorwärts mit 212 Schrauben
  • Super-Baby – 94 Salto vorwärts aus dem Rücken mit 12 Schraube zum Stand
  • Rudolf (Rudi) – Salto vorwärts mit 112 Schrauben
  • Schraubencody – 54 Salto rückwärts mit 1 Schraube aus dem Bauch zum Stand
  • Schraubensalto (Kurzform „Schraube“, wegen Verwechslung mit allgemeiner Bedeutung nur zulässig im Kontext von Saltos) – Salto rückwärts mit ganzer Schraube; allgemein auch jeder Salto mit mindestens 1 Schraube
  • Voll-Ein – Doppelsalto rückwärts mit 1 Schraube im ersten Salto
  • Voll-Voll-Voll – Dreifachsalto mit je einer Schraube pro Salto
  • Triffis – Dreifachsalto mit 12 Schraube im letzten Salto (Quadriffis = 4-fach usw., wobei noch nie jemand auf einem Wettkampf einen Quintriffis gesprungen ist.)
  • X-Ein-Y-Aus – Doppelsalto mit X Schrauben im ersten und Y Schrauben im zweiten Salto; bei ganzzahliger Gesamtschraubenrotation handelt es sich um einen Rückwärtssalto (zum Beispiel Halb-Ein-Anderthalb-Aus), sonst um einen Vorwärtssalto (zum Beispiel Voll-Ein-Zweieinhalb-Aus); statt Halb-Aus sagt man auch Barani-Aus, entsprechend für Rudi usw.
  • Full – Salto rückwärts gestreckt mit 11 Schrauben

Ein Quatriffis b ist die bisher höchste je in einem Wettkampf gesprungene Schwierigkeit.

 

Trampolinturnen in Deutschland

Trampolinturnen ist im Deutschen Turner-Bund (DTB) mit seinen Unterstrukturen eingegliedert. Auf den jährlichen Deutschen Meisterschaften werden die Deutschen Meister auf dem Trampolin in den Disziplinen Einzel, Synchron, Mannschaft und auf dem Doppel-Mini-Trampolin im Einzel ermittelt.

Die Trampolin-Bundesliga existiert seit 1973. Seitdem werden jährlich die Deutschen Vereinsmeister ermittelt.

1986 gelang der deutschen Nationalmannschaft der Gewinn der Weltmeisterschaft in Paris.

 

Olympische und andere internationale Wettkämpfe

International wird das Trampolinturnen genauso wie Allgemeines Turnen, Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Sportaerobic und Sportakrobatik durch die Fédération Internationale de Gymnastique (FIG, Internationaler Turnverband) und die Union Européenne de Gymnastique (UEG, Europäische Turnunion) vertreten.

In Europa gibt es bislang drei Trampoliner, die in die Hall of Fame aufgenommen wurden. Anna Dogonadze (Deutschland), Irina Karawajewa (Russland) und Alexander Moskalenko (Russland) konnten in den Einzelwettbewerben sowohl die Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und die Olympischen Spiele gewinnen.

Seit 2000 (Sydney) ist Trampolinturnen (Einzel) olympische Disziplin. Die ersten deutschen Trampolinturner bei den Olympischen Spielen waren Anna Dogonadze und Michael Serth.

Für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen starteten Anna Dogonadze sowie der Weltmeister von 2003 Henrik Stehlik für die deutsche Mannschaft. Anna Dogonadze errang dabei das erste Trampolin-Gold für Deutschland. Henrik Stehlik erreichte den Bronze-Rang. Damit war Deutschland die erfolgreichste Trampolin-Nation bei den Olympischen Spielen 2004.

Bei der Premiere im Jahr 2000 waren zunächst je zwölf Männer und Frauen am Start. Ab 2004 wurde das Teilnehmerfeld auf je 16 erhöht.

Die bisherigen Olympiasieger

Frauen

  • 2000 (Sydney) Irina Karawajewa (Russland)
  • 2004 (Athen) Anna Dogonadze (Deutschland)
  • 2008 (Peking) He Wenna (China)
  • 2012 (London) Rosannagh MacLennan (Kanada)
  • 2016 (Rio de Janeiro) Rosannagh MacLennan (Kanada)

Männer

  • 2000 (Sydney) Alexander Moskalenko (Russland)
  • 2004 (Athen) Jurij Nikitin (Ukraine)
  • 2008 (Peking) Lu Chunlong (China)
  • 2012 (London) Dong Dong (China)
  • 2016 (Rio de Janeiro) Uladsislau Hantscharou (Weißrussland)

Internationale Wettkämpfe

Daneben finden regelmäßig Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, sowie große internationale Cups wie zum Beispiel Ostseepokal, Nissen-Cup, Grenzland-Cup etc. statt. Auch eine World-Cup-Serie gibt es. Diese geht über zwei Jahre und es finden in jedem Jahr fünf bis acht Wettkämpfe in verschiedenen Ländern statt. Bis zum Jahr 2008 wurde diese Serie mit dem World-Cup-Finale abgeschlossen. Danach wurde auf das Finale verzichtet, da seit 2009 die Weltmeisterschaften jährlich stattfinden. Lediglich in den Jahren der Olympischen Spiele gibt es keine Weltmeisterschaften.

 

Trampolin als Trainingsgerät für Wasserspringen

Das Trampolin wird beim Wasserspringen als Trainingsgerät eingesetzt. Sprünge können so mehrfach hintereinander gesprungen und Bewegungsabläufe automatisiert werden. Im Winter ist das Trampolin Ersatz für fehlende Sprunganlagen im Hallenbad.

Kinderturnen

Kinderturnen ist ein Sammelbegriff für einen Bereich des Turnens speziell für junge Menschen. Je nach Alter werden verschiedene Methoden angeboten, die spielerisch die Motorik und Selbsterfahrung fördern, soziale Kontakte ermöglichen und der Prävention von Bewegungsarmut dienen sollen. In den Mitgliedsvereinen des Deutschen Turner-Bundes werden bundesweit rund 1,7 Millionen Kinder betreut.

Durch Umsetzung bestimmter Handlungsprinzipien soll ein langfristiger Wechsel vom Mitmachen und Mitspielen zum selbstbestimmten Handeln erreicht werden: Offenheit, Aufforderungscharakter, Freiwilligkeit, Zwanglosigkeit, Wahlmöglichkeit/Entscheidungsmöglichkeit, Initiativmöglichkeit. Die sozialen Ziele sind unter anderem Wahrnehmung der Gefühle und Bedürfnisse anderer, Erkennung und Beachtung von Regeln, Fähigkeit zur Gruppenintegration, Umgang mit Misserfolg, Aufbau von Rücksichtnahme und Toleranz.

Die Deutsche Sportjugend verlieh 2006 erstmals den Zukunftpreis – Mehr Bewegung für Kinder realisieren an 10 Vereine, die sich besonders für Kinder einsetzen. Bewegungsförderung im Kleinkindalter ist Bestandteil verschiedener Institutionen wie Krankenkassen, Turn- und Sportverbänden und anderer Organisationen.

 

Unterteilung

Die altersgemäße Entwicklung erfordert eine Anpassung der Ziele und Methoden an die Neigungen und Bedürfnisse der Kinder. Es gilt, den natürlichen Bewegungsdrang zu unterstützen und auf die bereits bestehenden Fähigkeiten aufzubauen.

Für Babys im ersten Lebensalter gibt es Krabbelgruppen und das Prager Eltern-Kind-Programm.

Eltern-Kind-Turnen (siehe eigener Button)

 

Kleinkinderturnen

Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren werden ohne ihre Eltern in ihrer Beweglichkeit gefördert und erweitern ihren Aktionsradius. Die Koordination wird verfeinert, der soziale Umgang erlebt mit dem Fortschreiten der Sprachentwicklung neue Bereiche. Spielerisch erlernen sie Grundformen des Turnens wie Purzelbaum und Rollen. Neben Bällen, Springseil, Reifen usw. kommen klassische Turngeräte wie Kasten, Sprossenwand, Barren, Trampolin oder Schwebebalken zum Einsatz.

 

Kinderturnen

Für Mädchen und Jungen ab 6 Jahre. Die Grundfertigkeiten der alltäglichen Bewegungsformen sind erlernt und können durch breit gefächerte Angebote verfeinert werden. Durch die Entwicklung der aktiven Sprache und Verständnis erfolgt das Lernen jetzt schneller und auf mehreren Ebenen. Geübt wird z. B. die Wahrnehmung der eigenen Körperhaltung und die Verbesserung bereits erlernter Fähigkeiten. Es besteht die Möglichkeit, bei Turn-Wettkämpfen teilzunehmen, um sich mit anderen zu messen.

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